frivol shoppen bei New Yorker, der arme Justin
Heute ist Samstag, gerade noch eine Weißweinschorle mit Josi getrunken und dann ab in die Stadt. ich betrete mit meiner Nichte Josi New Yorker. Das Ziel: Frische Outfits, die ein bisschen „Wow!“ und ein kleines bisschen „Uiii!“ versprühen sollten.
Kaum haben wir den Laden betreten, fiel mein Blick auf einen Verkäufer mit einem zu charmanten Lächeln und perfekt sitzender Jeans – Justin. Seine Namensschild hätte eigentlich gleich „Vorsicht, heiß!“ heißen sollen. Und siehe da – kaum hatte er uns erspäht, kam er wie ein Model angeschwebt.
„Kann ich helfen, Ladies?“ fragte er, und sein Blick wanderte von Josis frechem Grinsen zu mir.
„Na klar“, sagte ich, „wir brauchen was aufregendes und passendes.“
„Und vielleicht was, das bei der nächsten Party für Verwirrung sorgt“, ergänzte Josi frech.
Justin tat pflichtbewusst, als ginge es ihm nur ums Outfit, aber der rote Schimmer in seinen Wangen verriet ihn.
Als ich ein enges, schwarzes Kleid schlüpfte, das mehr zeigte als verbarg, fiel ihm fast der Kleiders*****r aus der Hand. Josi toppte das Ganze mit einem neonpinken Body, bei dem Justin sich kurz sammeln musste.
„Ähm... ja... steht Ihnen... beiden sehr, besonders äh mutig“, stammelte er und versuchte krampfhaft, nicht zu gucken, wo sein Blick immer wieder landete.
Jetzt kommt das Dessert – äh, die Dessous. Wir beide verschwanden in der Kabine, um sich in Spitze, Seide und „Schau mich an“-Stoffen zu werfen, den Vorhang haben wir einen kleinen Spalt breit offen gelassen. Natürlich haben wir seine Blicke gespürt, auch wenn er so tat, als ob er nicht lünkert. Nach jeder Anprobe gab’s eine kleine Modenschau direkt vor Justin, der sich immer mehr wie ein Kandidat bei „Wer wird rot im Gesicht?“ fühlte, Justin war so unser "hottes Outfit" Barometer.
Plötzlich rutschte ich beim Herauskommen, mit einem Hauch von Nichts, an der falschen Seite des Vorhangs ab, mein linker B***n suchte sich den Weg ins Freie und ich landete so direkt in Justins Gesicht.
„Ich glaube, ich muss... äh... kurz lüften... hinten im Lager“, japste Justin, während er rückwärts stolperte, gegen einen Karton mit BHs knallte und in einem Haufen Unterwäsche landete.
Josi lachte Tränen, ich grinste frech und sagte:
„Na, der Justin braucht jetzt erstmal eine kalte Dusche... und wir nehmen das schwarze Kleid, den pinken Body und die zwei BH's."
Als wir an der Kasse standen, kam Justin zurück – zerzaust, aber er hatte sich wieder gesammelt.
„War mir... ein Vergnügen, die Damen. Kommt bald wieder. Ich... bereite mich schonmal seelisch darauf vor.“
„Mach das, Justin“, zwinkerte ich, „nächstes mal probieren wir die Bademoden, Du suchst die uns dann aus, hilfst uns beim Anziehen und gibst uns dann eine Bewertung, obwohl die brauchen wir eigentlich nicht, die deutlich sichtbare Bewertung konntest Du ja nicht verbergen." Wir drehten uns um und haben den Laden verlassen und blickten auch nicht zurück.
Was Justin wohl gedacht hat?