Traumbesuch
Der Tag ist schläfrig geworden, und auch sie spürt diese angenehme Schwere in den Gliedern. Sie lässt sich auf das Sofa sinken, zieht die Beine ein wenig an und schließt die Augen.
Nur für einen Moment.
Doch plötzlich ist sie woanders.
Ein dunkler Raum. Stille. Nur das warme Flackern einzelner Kerzen wirft weiche Schatten an die Wände.
Sie spürt jemanden hinter sich.
Eine Hand legt sich sanft auf ihre Schulter und dreht sie langsam zu ihm herum.
Groß steht er vor ihr.
So nah, dass sie seinen Atem spürt.
Sein Blick hält ihren fest, tief und ruhig, als hätte er genau gewusst, dass sie hier sein würde.
„Du …“, bringt sie kaum hörbar hervor.
Mehr braucht es nicht.
Im nächsten Augenblick berühren seine L****n ihre. Warm, langsam, voller Spannung, als hätte dieser Kuss längst auf sie gewartet.
Seine Arme schließen sich um sie und heben sie mühelos hoch. Sie hält sich an ihm fest, verliert für einen Moment jedes Gefühl für Raum und Zeit.
Die Kerzen verschwimmen.
Sein Atem.
Ihre Nähe.
Dieses warme, aufgeregte Gefühl, das durch sie hindurchläuft.
Alles wird zu einem einzigen Augenblick.
Dann schlägt sie die Augen auf.
Das Sofa.
Der stille Raum.
Niemand da.
Nur ihr Atem geht noch immer etwas schneller und eine feine Gänsehaut liegt auf ihrer Haut.
Sie fährt sich durch die Haare, die an ihrer Stirn kleben, und lächelt ungläubig.
Der Traum ist vorbei.
Das Gefühl offenbar noch nicht.










