Guten Morgen, Sonntag.
Du kommst leise daher, aber ich spüre dich sofort. Noch bevor der Kaffee wirkt, liegt dieses warme Ziehen in mir, dieses unverschämte „Mehr davon“, das sich nicht wegatmen lässt. Die Decke ist noch über mir, die Gedanken längst woanders. Nicht brav. Nicht unschuldig. Eher… bereit.
Der Morgen ist kühl, aber mein Körper hat andere Pläne. Ich bleibe liegen, strecke mich langsam, genieße das Gefühl von Haut auf Stoff, von Zeit, die mir gehört. Gestern war ruhig – vielleicht zu ruhig. Heute darf es knistern. Heute darf Fantasie übernehmen, darf Nähe entstehen, ohne dass man sie greifen muss.
Ich lasse mir Zeit. Mit mir. Mit diesem Sonntag. Mit der Lust, die nicht schreit, sondern flüstert. Die nicht fordert, sondern lockt. Manchmal reicht ein Blick, ein Gedanke, ein paar Worte, um alles in Bewegung zu bringen. Und ich merke: Ich habe Lust, entdeckt zu werden. Ganz sanft. Ganz bewusst.
Vielleicht beginnt Verführung genau hier. In diesem Moment zwischen Aufwachen und Aufmerken. Zwischen „noch liegen bleiben“ und „jemand könnte mir jetzt sehr gefährlich nah kommen“.
Sag… was weckt dich heute wirklich?
